Haben Sie Tipps oder weitere Adressen?
Schreiben Sie uns doch eine eMail!
Lajes do Pico
die Stadt der Walfänger
Lajes ist ein kleiner alter Walfängerort. Mit dem Ende des Walfangs verlor es aber an Bedeutung und auch der fehlende sichere Hafen hat dem Ort seitdem nicht gerade positive Impulse verliehen.
Das Städtchen ist eines der drei Kreisstädte auf Pico und liegt in einer flachen, weiten Bucht in der Mitte der Südküste. Das Zentrum liegt auf einer kleinen Ebene direkt an der Küste. Im Meer liegen vorgelagert zahlreiche Felsen, die das ganze Jahr über für Brandung sorgen.
Hier landeten 1460 die ersten Siedler. Bereits Jahre zuvor soll ein Seemann hier gelebt haben, dessen Schiff ohne ihn davonfuhr. Ab 1860 wurde Lajes zum Zentrum des Walfangs. Bis zum Walfangverbot Ende des 20. Jahrhunderts wurden hier auf traditionelle Weise von Hand und aus kleinen Booten Harpunen und Lanzen geschleudert. Noch bis 1983 liefen die Walfangboote in der Kleinstadt aus. Heute zeigt ein Museum die Arbeit und Geschichte der Walfänger. Es war ein täglich harter Kampf Mann gegen Tier.
Sehenswürdigkeiten:
Lajes do Pico
Noch heute steht ganz in der Nähe der Schule am Largo de Sao Pedro die kleine Kapelle Ermida de Sao Pedro,
die von den ersten Siedlern gleich nach Ihrer Ankunft auf Pico gemäss der testamentarischen Verfügung von Heinrich dem Seefahrer von 1460 gebaut wurde. Den Namen hat die Kapelle vermutlich vom Franziskanerbruder Pedro Gigante, der auf dem Schiff des ersten Besiedlers Fernando Alves Evangelho dabei war und auch die ersten Weinreben auf die Insel brachte. 1677 wurde die Kapelle restauriert.
An der Rua Machado Serpa steht die Kirche Igreja Matriz da Santissima Trindade. Ihr Grundstein wurde am 7. Juli 1895 gelegt, doch bereits seit 1506 stand hier ein Gotteshaus. Erst 1967 wurden die Arbeiten offiziell als beendet erklärt. Die Fassade mit den drei großen Fenstern über den drei Eingangstüren ist links und rechts von zwei Glockentürmen umrahmt. Der Kirchenkörper besteht aus drei Kirchenschiffen. Der Altarraum selbst ist relativ einfach und wenig geschmückt. Hier findet man das Bildnis der Santissima Trindade.
In der Rua Capitao-Mor E. Goncalves Madruga steht das Casa dos Moragos. Es wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Über die gesamte Front verläuft im ersten Stock ein Balkon.
Heute erinnert in der Rua dos Baleeiros das Walfangmuseum Museu dos Baleeiros an den traditionellen Beruf der Azoren. Man hat es in den ehemaligen Bootshäusern aus dem 19. Jahrhundert, der Schmiede und Bibliothek der Walfänger eingerichtet. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle.
Das Museum wurde 1979 eingerichtet. Seit 1988 ist es in den drei Bootshäusern untergebracht. Es zählt zu den meist besuchtesten Museen der Azoren. Im Hauptraum im Erdgeschoss steht das ehemalige Walfängerboot (canoa) Santa Teresinha. Es ist knapp 11m lang und noch heute mit allerlei Gerätschaften ausgestattet. Auch der Bau der Boote wird beschrieben. Im Obergeschoss werden u.a. auch landwirtschaftliche Geräte gezeigt. Zu den über 1.500 Exponaten zählen auch gravierte und bemalte Walzähne (Scrimshaw-Kunst). Sie sind im ersten Stock zu bewundern. Geschichte und Technik des Walfangs werden ebenso gezeigt wie das Leben der Walfänger. Teile der alten Schmiede sind nachgebildet. Zudem gibt es eine Bibliothek mit Literatur über den Walfang und die Wale. Vor dem Museum stehen zwei Metallbottische, in denen früher der Tran der Wale zu Öl ausgekocht wurde. Das Museum wird von der Organisation Espaço Talassa betrieben, die auch Walbeobachtungsfahrten anbietet.
In Lajes findet man auch noch einige schöne Häuser im typischen Stil der Walfänger. Sie sind typischerweise durch ihr ausgebautes Dachgeschoss von aussen leicht erkennbar. Gerade zwischen dem Cruzeiro dos Baleeiros und dem Largo de Sao Pedro kann man einige Beispiele finden.
die Hauptstrasse
Von Lajes aus kann man Walbeobachtungsfahrten unternehmen. Sie sind in der Regel halbtägig und beinhalten auch ein wenig Theorie. In kleinen Booten geht es unter sachkundiger Führung hinaus aufs weite Meer. Dann heißt es warten. 22 verschiedene Walarten konnten zwischenzeitlich beobachtet werden.
Walbeobachter an der Küste leiten die Boote zu den Meeressäugern. Wie zu Zeiten der Walfänger sitzen sie in einem Walausguck, Vigia, mit ihrem Fernglas, das stundenlang aufs Meer blickt.
Museu dos Baleeiros
Es sind die alten Walfänger, die noch heute diese Arbeit verrichten und mit ihren Adleraugen die Touristen und Wissenschaftler mit erstaunlicher Treffsicherheit ans Ziel führen. Per Funk besteht Kommunikation mit den Bootsführern.
Auf Pico besteht auch die Möglichkeit, mit Delphinen zu schwimmen. Sie begleiten die Boote in Küstennähe.
Der Hafen von Lajes ist klein und nur eine schmale Passage durch Steinblöcke und Riffe unter Wasser führt in den Hafen hinein. Die Passage ist nicht gerade einfach. Bei starkem Seegang kann man daher nicht auslaufen. Das Hafenbecken selbst ist jedoch sehr geschützt.
An der Spitze der Kaimauer findet man seit dem 25. August 2001 ein Denkmal an die alten Walfänger. Das Monumento dos Baleeiros wurde vom Bildhauer Pedro Cabrita Reis erschaffen. Es ist ein 4m hoher Block mit Durchgang. An den Wänden stehen die Namen aller offiziell registrierten Walfänger seit dem Jahr 1954, fein aufgegliedert nach Boot und Mannschaft.
An der Haupstrasse steht an der Abzweigung ins Ortszentrum das Convento de Sao Francisco. Der erste Teil des Klosters wurde 1700 fertiggestellt. 1833 wurde das Kloster aufgelöst. 1839 schließlich zog die Verwaltung von Lajes mit dem Rathaus in das Kloster ein. Ein Teil des Gebäudes wurde vom Teatro Recreio Lajense genutzt. Am 29. April 1980 wurde der Komplex als Gebäude von öffentlichem Interesse eingestuft. Heute teilen sich die Verwaltung und die Polizei weite Teile des Gebäudes.
Die Franziskaner kamen am 31. August 1641 auf die Insel Pico. Sie waren Teil des öffentlichen Lebens und wichtiger Bestandteil der Bildungspolitik, denn die Franziskaner sorgten neben ihrer religiösen Arbeit auch für die Lehre und Kultur auf der Insel. Der erste Geistliche war Bruder Francisco de Santa Barbara aus Terceira.
An das Franziskanerkloster angegliedert ist auf der linken Seite die Igreja de Nossa Senhora da Conceicao. Sie wurde 1768 errichtet. Davor stand an ihrer Stelle eine kleine Kapelle aus dem Jahr 1559. 1830 zerstörte ein großes Feuer die Kirche. Nach 1900 wurde das Innere der Kirche erweitert. Sie hatte bis zur entgültigen Fertigstellung der heutigen Hauptkirche Matriz da Santissima Trindade die Funktion der Matriz von Lajes. Die Franziskaner wollten den Wiederaufbau rasch vorantreiben doch die Auflösung des Klosters kam diesen Plänen in die Quere. Die Kirche ist als lateinisches Kreuz aufgebaut mit nur einem Kirchenschiff. Neben dem hauptaltar gibt es noch zwei weitere Seitenaltare.
die alte Walfangfabrik
Ein Kilometer westlich des Zentrums in Richtung Madalena findet man die Reste der alten Walfangfabrik in der die Meeressäuger einst direkt zerlegt und verarbeitet wurden. Nach dem Ende des Walfangs wurden darin noch eine Zeit lang Thunfische verarbeitet. Heute ist sie Unterstand für allerlei Baumaterial. Ein Teil des Gebäudes verfällt und so ist Vorsicht geboten. Wenn man die Tore öffnet entdeckt man noch die alten Maschinen.
Unterhalb der alten Walfangfabrik steht das Forte de Santa Catarina, auch bekannt als Castelo de Santo Antonio. Von dieser exponierten Stelle aus konnte man schon von weitem Piraten entdecken. Es wurde 1792 auf königliche Anweisung errichtet. 1885 wurde hier noch ein Kalkofen dazu gebaut. Die alte Festung ist dem Verfall preisgegeben.
Einen Walausguck kann man auch unweit von Lajes besichtigen: der Vigia da Queimada liegt an der Ponta da Queimada an der Straße nach Calheta gut 3 km vom Ortszentrum von Lajes entfernt und ca. 150m unterhalb der Hauptstrasse. Von hier aus wurden früher die Walfangboote zur Waljagd dirigiert. Heute sind die alten Walbeobachter mit ihren Adleraugen immer noch im EInsatz und lotsen die Touristen zu den Walen.
Der zweite Walbeobachtungsposten Vigia do Arrife knapp 1km weiter Richtung Calheta ist heute nicht mehr genutzt.
Im August feiert man in Lajes die Woche der Walfänger. Es ist ein buntes Fest mit Musik und Folkloretanz. Hier leben die Geschichten der alten Walfänger wieder auf und es erwacht auch die Sehnsucht an alte Zeiten wieder.
Busverbindung zweimal täglich nach Madalena und zweimal täglich nach Piedade.
Am 29. Juni feiert man die Festa de Sao Pedro mit Musik, Tanz und einer Prozession, am letzten Sonntag im August die Festa de Nossa Senhora de Lourdes.
Museen:
Museu dos Baleeiros
Rua dos Baleeiros, 13
Tel: 00351 292 672276
Fax: 00351 292 679020
Di.-Fr. 9.30 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr; Sa., So. 14 bis 17.30 Uhr
Manuel e Pedro Dimas
Rua Engenheiro Falcäo
Atelier
Oficina Dimas
Rua Nova
Atelier
Restaurants, Cafes und Bars: CAFE O BALEEIRO
Rua Capitao-Mor Madruga
Tel: 00351 292 672209
Strassencafe.
SNACK-BAR RITINHA
Avenida Marginal
9930-121 Lajes do Pico
Tel: 00351 292 672271
Einfache Zimmer mit Gemeinschaftsbad.
CASA DE HOSPEDES O CASTELETE
Adalgio Martins M. Barreto
Rua de Sao Francisco, 2
9930-135 Lajes do Pico
Tel: 00351 292 672304
Einfachste Zimmer.
Camping:
PARQUE CAMPISMO
C.M.L.P.
Rua de Sao Francisco
9930-135 Lajes do Pico
Tel: 00351 292 679700
Verwaltung: CAMARA MUNICIPAL LAJES DO PICO
Rua de Sao Francisco
9930-135 Lajes do Pico
Tel: 00351 292 679700
Fax: 00351 292 679710
eMail: cmlpico@mail.telepac.pt
Gesundheit: CENTRO DE SAUDE
Largo Vigario Goncalo G. Lemos
Tel: 00351 292 672123
Polizei: POSTO POLICIAL
Rua da Alfandega
Tel: 00351 292 672410
Post: CORREIOS DE PORTUGAL SA
Rua Gen. Lacerda Machado
Tel: 00351 292 679590
Taxi:
Taxistand vor dem Krankenhaus.
Leuchtfeuer: LAJES DO PICO:
38°23,9'N, 28°15,4'W
Fl G 5s 7m 3M