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die Hochebene
Caldeiras und Wasserfälle
Fährt man von Santa
Cruz aus westwärts, so passiert man auf der rund
500 bis 600m hoch gelegenen Hochebene an den Bergkämmen
herrliche Aussichtspunkte. Von hier aus blickt man über
die tiefen Täler bis an die Küste. Die an sich karge
Landschaft des Hochlandes von Flores wird durch die malerischen
Kraterseen doch verschönert.
Das Zentrum von Flores ist ziemlich bergig und von einigen herrlichen Seen durchzogen.
Allesamt sind sie vulkanischen Ursprungs und eingestürzte
ehemalige Vulkankrater. Zahlreiche Quelen speisen die Seen
mit reichlich Frischwasser. Niederschläge nehmen dabei
nur einen kleinen Teil ein. Die Seen sind und nicht nur ein
wertvoller Wasserspeicher der Natur sondern auch der Lebensraum
für unzählige Fische, die hier ideale Voraussetzungen
vorfinden. Wer Angeln möchte benötigt allerdings
eine formale Genehmigung des Servico Florestal in Santa
Cruz.
Im gesamten Hochland findet man zahlreiche endemische Pflanzen.
In der menschenleeren abgelegenen Region brüten auch
viele Vögel. In jedem Fall ist es ein unvergessliches
Naturerlebnis.
Westlich von Lajes zweigt ein Weg in die Berge ab und führt zu zwei Kraterseen.
Linkerhand blickt man in die tief unten liegende Caldeira
Funda das Lajes (tiefer Kessel) mit der Lagoa
Funda das Lajes. Der See
ist 22m tief, hat steile Ufer und wird von einen Wasserfall
gespeist. Am Rand des grün schimmernden Sees findet man
einige Sandbänke.
Rechterhand liegt fast eben der 16 m tiefe See Lagoa
Rasa der Caldeira Rasa (kahler Kessel). Im blauen Wasser spiegelt sich der dichte
Bewuchs am Rand wieder.
Am Rand der beiden Kraterkessel nisten viele Seevögel.
Der Weg führt anschliessend weiter zur Hauptstrasse.
Lagoa
Comprida
Von der Hauptstrasse EN2-2a im Hochland führt ein weiterer
Stichweg gen Norden zu einem der schönsten Aussichtspunkte.
Man sieht zunächst rechterhand die 17 m tiefe türkisfarbene Lagoa Comprida in der Caldeira
Comprida (langer Kessel). An dem kleinen Aussichtspunkt
mit der Hinweistafel beginnt auch an der östlichen Seite
des Kraterrandes entlang der Wanderweg hinunter nach Faja
Grande.
Weitere 250m die Strasse entlang folgt an der Wendeplatte
die nächste Caldeira Funda mit dem 105m tiefen, blaugrünen Lagoa
Funda. Er ist der tiefste See auf Flores und in alten Reiseführern auch wegen seiner dunklen,
manchmal fast schwarz wirkenden Farbe als Lagoa Negra eingetragen.
Nur ein schmaler Grat trennt die beiden Seen voneinander.
Zurück auf der Hauptstrasse gen Osten zweigt nach einem
knappen Kilometer links der Weg zur Lagoa
Seca in der Caldeira Seca (trockener Kessel) ab. Der See führt oftmals nur im Winterhalbjahr
Wasser. Im Sommer ist der See ausgetrocknet und verwandelt
sich in eine unscheinbare Sumpflandschaft.
Danach folgt die Lagoa Branca in der Caldeira Branca (weisser
Kessel). Seinen Namen verdankt dieser Kessel seiner geringen
Tiefe denn der See ist gerade mal zwei Meter tief. Der See
trocknet daher schneller aus und ein auch durch die Algen
bedingt heller Boden schimmert durch.
Anschliessend führt die Strasse von hier aus weiter an
die Nordostküste und endet bei der Kreuzung nach Ponta
Ruiva wieder in die Hauptstrasse.
Der siebte See im Bunde liegt im Osten unterhalb des Pico
do Touro: der Lagoa da Lomba.
Er ist kreisrund und in der Caldeira da Lomba gelegen. Der
See ist ziemlich verwachsen und von einem dichten Wald aus
Hortensien umgeben. Am Ufer stehen einige Bäume und Weiden.
Der See ist ca. 15 m tief.
Fährt man von hier gen Süden Richtung Lajes passiert
man an der Kreuzung nach Fazenda das Lajes zunächst eine
alte Dampfwalze die zum Bau des Weges benutzt wurde. Ein Kilometer
weiter gelangt man an eine Abzweigung. Von hier aus kann man
schön auf den Boca da Baleia blicken, der dem Maul eines Wals gleicht.
Ein weiterer, achter See liegt recht versteckt unterhalb der
Hochebene. Der Lagoa dos Patos liegt etwas nördlich des Wasserfalls am Ribeira
Grande und wird vom Ribeira do Ferreiro gespeist.
Lagoa
Negra
Um die Seenlandschaft zu erkunden sollte man die Wanderstiefel
manchmal besser gegen wasserfeste Gummistiefel tauschen. Die
Kraterseen sind oft von dichten Moosen umwachsen, in denen
man schnell einsinkt. Sie wirken aus der Ferne wegen ihren
gelb-weissen Farbe wie Schwefelablagerungen. Im Winter schimmern
sie in der tieferstehenden Sonne tiefgrün.
An den Seen gedeihen noch viele endemische Pflanzen. Auch
für die Tiere sind die Seen und ihre Umgebung ein wichtiger
Brut- und Rückzugsplatz. In den Seen gibt es auch viele
Fische, u.a. Karpfen. Zum Angeln benötigt man allerdings
eine Lizenz.
Von Santa Cruz
das Flores führt die Strecke hinüber auf die
Westseite zunächst vorbei an mehreren Aussichtspunkten,
die einem das Panorama vom Pico da Se bis hinunter nach Santa
Cruz bieten. Nachdem man die Region von Castanheiro passiert
hat kommt linkerhand die winzige Ermida
de Nossa Senhora das Flores. Auf der anderen Strassenseite
liegt auf einer kleinen Anhöhe unterhalb des Morro dos
Frades das Gedenkkreuz Cruzeiro Padre
Alfredo.
Durch die Hochebene zieht sich ein kleines Wegenetz, das sich
mit dem Mietwagen am besten erkunden läßt. Viele der Wege sind unbefestigt
aber problemlos zu bewältigen. Einige wurden in den letzten
Jahren geteert und sind heute die malerischsten Fahrtrouten
auf Flores, sofern keine
Nebel über dem Hochland hängt.
Höchster Punkt ist der 914m hohe Morro
Alto auf dem seit 1986 die Funkantennen stehen. Von
hier oben kann man die zerfurchte Landschaft mit ihren Seen
und ausgewaschenen Flusstälern überblicken. Die
für die kleinen Mietwagen recht mühsame Schlaglochpiste
hinauf auf den Gipfel lohnt sicher aber nicht unbedingt denn
die Aussicht ist wenig spektakulär als vielleicht zunächst
erwartet.
Oberhalb von Fajazinha liegt direkt an der Hauptstrasse der
Aussichtspunkt Miradouro do Craveiro Lopes. Von hier aus kann
man den gesamten weiten Krater der Westseite überblicken
mitsamt den roten Dächern der Häuser, dem intensiven
Grün der Landschaft und dem tiefen Blau des Ozeans. Es
ist sicher der spektakulärste Blick in den tiefen Krater
und gerade abends beim Sonnenuntergang ist es ein Erlebnis
der besonderen Art.